Einblicke 2017

60 mal Umschlag

Das Jahrbuch des Oberaargaus erscheint heuer zum 60. Mal. Als Beitrag zum kleinen Jubiläum sind alle bisherigen Jahrbuch-Titelseiten zu sehen, zum Beispiel diese hier.

 

 

Filigrane Kunstwerke

In einem Portfolio präsentiert die Buchser Scherenschnitterin Rita Hochuli einige ihrer vielen Arbeiten. Die Künstlerin formt einerseits traditionelle Motive, macht aber vor neueren Scherenschnittansichten nicht Halt. So entstehen wundersame Bilder, vor allem von Tieren und Landschaften.

 

Ein dörfliches Zentrum entsteht

Der Weiler Oschwand oberhalb von Riedtwil hat eine besondere Geschichte hinter sich. Die einst wenigen Häuser wuchsen im 19. und 20. Jahrhundert zu einem kleinen Dörfchen mit Zentrumscharakter für die Buchsiberge. Besondere Ausstrahlung erhielt die Oschwand durch ihren Bewohner Cuno Amiet, einen der bedeutensten Schweizer Maler, der dort von 1898 bis zu seinem Tod 1961 lebte und arbeitete. Die Historikerin Anne-Marie Dubler zeigt im zweiten Teil ihres Oschwand-Porträts die Gründe fürs Wachstum und für die sinkende Bedeutung des Weilers gegen Ende des 20. Jahrhunderts auf.

 

Gerhard Meier - Reformation und Poesie

Vor 100 Jahren wurde der 2008 verstorbene Niederbipper Schriftsteller Gerhard Meier geboren. Autor Simon Kuert verknüpft in seinem Text die Erinnerung an Meier mit dem Blick auf 500 Jahre Reformation. Kuert zeigt auf, dass in Meiers Werk immer wieder christliches Gedankengut durchschimmert. Der Dichter entdeckte die Bibel als poetisches Buch und liess dies in seine eigenen Texte einfliessen. Für Simon Kuert ist Meier deswegen zu einem "neuen Reformator" geworden, einem Wiederentdecker der biblischen Poesie.

 

 


Lichtbilder aus Glas

Über 80 Glasscheiben aus der Zeit zwischen 1500 bis 1800 findet man in den reformierten Kirchen des Oberaargaus. Diese sind grösstenteils nicht kirchlichen Themen gewidmet. Die gläsernen Kunstwerke zeigten vor allem die weltliche Macht ihrer Zeit. Nebst Kriegern und Ortswappen sehen wir Scheiben des Standes Bern oder Konterfeis von Landvögten, die damals regierten.

 

Der Gründer

Valentin Binggeli, Geograph, Seminardirektor und Geschichtenerzähler, gehörte 1957 zu den sieben Gründern der Jahrbuchvereinigung. Deren Ziel hiess damals: Herausgabe eines Jahrbuchs, welches die Region Oberaargau widerspiegeln sollte. Die sieben Männer konnten damals nicht ahnen, dass das Buch lückenlos Jahr für Jahr erscheinen würde - bisher 60 Jahre lang. Valentin Binggeli war derjenige, der am längsten mitmachte. Lange Jahre leitete er die Redaktion, und er war auch Präsident der Jahrbuchvereinigung. Fast in jedem Band finden sich Beiträge aus seiner Feder. Dazu erschienen von ihm mehrere Sonderbände. In seinem 85. Lebensjahr ist Valentin Binggeli am 26. Januar gestorben.

 

 

Tummelfeld Blumenhalle

Die ehemalige Blumenhalle Häusermann in Langenthal wurden nach ihrer Schliessung von der Neuen Schule für Gestaltung Langenthal in Beschlag genommen. Fünf Wochen lang waren die Räume und die Aussenflächen Inspiration und Arbeitsort für fast 40 Schülerinnen und Schüler des Vorkurses und des Propädeutikums. Zuerst loteten sie die Örtlichkeiten zeichnerisch und fotografisch aus. Später wurden die Skizzen und Fotos vertieft und grafisch sowie plastisch weiterentwickelt. Fürs Jahrbuch haben die Protagonisten daraus neun Seiten mit Fotos gestaltet.

Wie die Oberaargauer Tracht wiedererweckt wurde

Ein Stück Tradition ist neu auferstanden: die Oberaargauer Tracht. Das Kleidungsstück war zwar von früher bekannt, schien aber in Vergessenheit geraten zu sein. Lehrer Ueli Liechti hatte deshalb die Idee, als Identitätsstiftung des Oberaargaus eine solche Tracht aufleben zu lassen. Vor über zwei Jahren begann das Projekt, und das Ergebnis konnte vor einiger Zeit präsentiert werden. Kurz vor Abschluss der Arbeiten tauchte dann ein Einzelstück der originalen Tracht auf. Die neu geschaffene hat zwar eine andere Farbe, ähnelt der ursprünglichen aber sehr.

 

 

 


Fotografisches Erbe im Kunsthaus

Zum 25-Jahr-Jubiläum des Kunsthauses Langenthal blickt der Kunst- und Fotografiehistoriker Markus Schürpf zurück auf einen besonderen Ausstellungsbereich in ebendiesem Haus: jenen der historischen Fotografie. Über 40 Kunsthaus-Ausstellungen widmeten sich Bildern von Fotografen, die in Langenthal oder dem Oberaargau lebten und arbeiteten. Dazu wurden den Besuchern auch Ausstellungen der Fotostiftung Schweiz zugänglich gemacht. Unter den präsentierten Fotografen waren etwa Ernst Hiltbrunner und Wilhelm Felber. Gezeigt wurde im Kunsthaus zudem eine Schau mit Werkfotografien der Firma Ammann.

Die Trucke des Hausierers

Christian Jost aus Huttwil trug sie auf dem Rücken: die 12 Kilogramm schwere Hausierertrucke, in der seine Waren verstaut waren. Die Trucke ist im Museum Salzbütte Huttwil zu sehen. Der Hausierer war um die vorletzte Jahrhundertwende unterwegs. Darüber, was er seiner Kundschaft mitbrachte, verrät die Trucke nur wenig. Autor Jürg Rettenmund füllt nun - zumindest sprachlich - die Schubladen von Josts Holzkiste mithilfe des Schriftstellers Josef Joachim, einem Zeitgenosse von Jost. In einer Erzählung lässt Joachim einen Hausierer umherziehen und beschreibt, was er anbietet. Dieser Text veranschaulicht, was Christian Jost damals wohl alles mitführte: Haarnadeln, Fingerhüte, Knöfpe, Schnallen, Scheren und vieles andere mehr.

 

Ernst Jaberg und seine Stiftung

Die Stiftung Jaberg untserstützt seit vielen Jahren kulturelle Veranstaltungen und Erzeugnisse mit namhaften Beträgen. Auch das Jahrbuch 2017 profitierte davon. Doch worauf geht die Stiftung zurück? Daniel Gaberell ist auf Spurensuche gegangen und macht den Stiftungsgründer näher bekannt. Es ist Ernst Jaberg, der in Langenthal lebte. Jaberg war Uhrentechniker und Optiker. Er führte mit seiner Frau in Langenthal ein Optiker-, Foto- und Schmuckgeschäft. Die Jabergs waren kulturinteressiert, er galt als Gentleman der alten Schule. Weil das Ehepaar kinderlos blieb, gründete Ernst Jaberg vor seinem Tod (2007) mit seinem Vermächtnis eine Stiftung, welche nun kulturelle Institutionen und Anlässe unterstützt.

 


Eine Kulturbar im Schlachthaus

Zehn Jahr lang war das Alte Schlachthaus Herzogenbuchse eine beliebte Bar mit Kulturangebot. In den früheren Metzgereiräumen betrieben drei initiative Buchser einen Treffpunkt für Jung und Alt. Dort läuteten viele Besucher das Wochenende ein, feierten Feste oder genossen die Auftritte von Bands und bekannten Schweizer Künstlern. Nach zehn Jahren wurde das Alte Schlachthaus geschlossen, doch der Geist der Bar lebt weiter: Die Betreiber wechselten mit einem Teil der Crew ins "Kreuz", das nach der Renovation anfangs August 2017 neu eröffnet wurde.

Der arme Edelmann

Im Beitrag "Kurt von Koppigen" geht Marianne Derron auf Spurensuche zu einer Romanfigur von Jeremias Gotthelf. Die historische Geschichte spielt im 13. Jahrhundert. Die Hauptperson ist der Ritter Kurt von Koppigen, ein Kleinadliger, der sein Unwesen in der Umgebung von Koppigen treibt, zuletzt aber doch zu seinem Glück findet. Kurt von Koppigen ist der Fantasie Gotthelfs entsprungen. Die Recherchen der Autorin bringen aber zutage, dass eine Familie mit diesem Namen existierte. Der letzte geschichtlich belegte Spross war Ulrich, Ritter von Koppigen, der ums Jahr 1343 starb.