Einblick ins Jahrbuch 2016



Beiträge in Kurzform

 


Gämsen im Oberaargau


Gämsen leben nicht nur in den Voralpen und Alpen. Auch im Oberaargau sind sie anzutreffe: an den Flanken des Juras zwischen Oberbipp und Oensingen. Obwohl Gämsen in früheren Zeiten schon dort lebten, waren sie lange Zeit nicht mehr ansässig. Zwischen 1951 und 1954 wurden am Roggen oberhalb der Klus sieben Tiere ausgesetzt. Seither besteht das Oberaargauer Gämsrevier, das ans Solothurner Revier angrenzt. Autorin Bettina Riser, Niederbipp, spürt den Gämsen nach und beobachtet sie oft in ihrer Freizeit. Sie schildert in ihrem Beitrag den Jahreslauf der Gämsen in diesem Gebiet.

 

Baugeschichte der Kirche Roggwil

Die Kirche Roggwil ist einer der festlichsten Sakralbauten im Oberaargau. Der Bau wurde 1665 begonnen. Baumeister - heute hiesse dies Architekt - war Abraham Dünz, Werkmeister des Berner Münsters. Der Kunsthistoriker Walter Gfeller zeigt die vielen Besonderheiten und bemerkenswerten Details der Kirche auf wie etwa Chorfenster, Kanzel und Taufstein auf. Auf einer verzierten Wappentafel, dem so genannten Bärnrych, ist ein Zahlenrätsel versteckt, das der Autor entschlüsselt.

 

 

 

 

 

 

Der Weiler Oschwand

Warum entwickelte sich die Oschwand in den Buchsibergen von einem kleinen Weiler zu einem beachtlichen Dörfchen? Die Historikerin Anne-Marie Dubler stellt in ihrem interessanten Beitrag dar, wie und warum die Oschwand wuchs und nennt die Gründe des Aufschwungs. Im Jahrbuch 2016 erscheint der erste Teil, der zweite folgt im Jahrbuch 2017.

 

 

 

Gotthelfs Antwort auf eine Preisfrage

Bevor Albert Bitzius - der spätere Schriftsteller Jeremias Gotthelf - seine Pfarrstelle in Lützelflüh antrat, war er Vikar in Herzogenbuchsee (1824-1830). In seinem letzten Amtsjahr schrieb er einen Text, mit dem er an einem Ideenwettbewerb der Amtsersparniskasse des Amtsbezirks Wangen teilnahm. Diese hatte die Frage gestellt, wie man den Gewinn der Bank am besten verwenden könnte. Bitzius nannte seinen Namen nicht, er wollte inkognito bleiben. Erst über 100 Jahre später wurde der Entwurf des Textes in seinem Nachlass gefunden, womit der Urheber ersichtlich wurde. Bitzius' Vorschläge, wie der Gewinn verwendet werden sollte, muten für die damalige Zeit äusserst modern an: Es solle ein Fonds geäufnet werden, der auf dem Solidaritätsprinzip beruhte. Bitzius schlug eine Art Vorsorgekasse und Unfallversicherung fürs landwirtschaftliche Dienstpersonal, den Dienstboten, vor, welches damals schlecht gestellt war. Der Text nimmt zudem vorweg, was der Schriftsteller später in seinen Werken anwendete: Er führte fiktive Personen und deren Ideen ein, womit die Antwort auf die Preisfrage wie der Anfang einer Erzählung wirkt.
    Bitzius, etwa um 1825

 

Kunstmaler Martin Ziegelmüller und der Oberaargau

Martin Ziegelmüller, der bekannte Maler aus Vinelz, hat seine Wurzeln im Oberaargau. Er ist in ... aufgewachsen und zog als 22-Jähriger ins Seeland. Ziegelmüller erzählt im Beitrag selbst, wie er zum Maler wurde, immer wieder zurück in den Oberaargau kam und dort malte. So entstand auch eine Freundschaft mit Heinz Trösch, dem Industriellen aus Bützberg. In den Hallen von Glas Trösch arbeitete Ziegelmüller an einer ganzen Reihe von Bildern.

 

Pfarrer Langhoff kämpft ums Bürgerrecht

Hans Martin Langhoff war in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts Richter in Hamburg. Er war Christ, hatte aber jüdische Wurzeln. Deswegen wurde es für ihn nach der Machtergreifung Hitlers schwierig, seinen Beruf auszuüben. Er begann 1934 ein Theologiestudium, das er in Bern absolvierte und abschloss.1937 übersiedelte auch seine Frau, eine Musikerin, in die Schweiz. 1939 kamen die beiden nach Langenthal, wo Langhoff Hilfspfarrer wurde. Er war bestrebt, möglichst bald Schweizer zu werden. 1941 reichte er das Gesuch für die Staatsbürgerschaft ein. Doch die Berichte, die über ihn eingeholt wurden, zeichneten ein negatives Bild des Pfarrers. Im Jahrbuch geht Autor Simon Kuert, selbst pensionierter Pfarrer, den Gründen nach, warum Lanhoff auf Ablehnung stiess. Er zeigt auf, dass ein Kantonspolizist, ein Langenthaler Gemeindepolizist und gar der Gemeinderat eine schwer verständliche und auf falschen Beschuldigungen beruhende Haltung gegenüber dem Pfarrer einnahmen. Langhoff erhielt den Schweizerpass vorerst nicht. Erst später bürgerte ihn die Gemeinde Wanzwil ein.

 

Flechten - von ganz nah


Flechten sind spannende Doppelwesen. Sie bestehen aus Pilzen und Algen, die dauerhaftre Lebensgemeinschaften bilden. Ernst Grütter hat Flechten auf Betonpfosten einer Viehweide bei Mechnau fotografiert - mit dem Makro-Objektiv. Entstanden sind überraschende Bilder von eigentümlicher Schönheit, die im Jahrbuch auf Doppelseiten gross zu sehen sind.

 

Wie eine Käserei entstand

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert breiteten sich im Unterland die Talkäsereien aus. 1881 wurde die Käsereigesellschaft Mannshaus, Gemeinde Wyssachen (damals Wyssachengraben), gegründet. Im Jahr darauf war die neue Käserei gebaut und konnte eingeweiht werden. Anhand des ersten Protokollbuchs der Genossenschaft zeigt die Autorin Katja Meister auf, wie diese organisiert war und wie die Herstellung des Emmentaler Käses ablief. Dabei wird ersichtlich, wie sich die Käsereigenossenschaft bis zum Ende des Protokollbuchs im Jahr 1941 entwickelte.

 

70 Jahre SC Langenthal

Im Februar 2016 feierte der Schlittschuhclub Langenthal (SCL) sein 70-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum schaut Walter Ryser auf die wechselhafte Clubgeschichte zurück und erzählt von Triumphen, Tragödien und Leidenschaft. In den Anfängen spielte die Mannschaft des SCL auf einer Natureisbahn auf der Rumimatte und später auf dem Kreuzfeld. Die Saison 1952/53 war dann die erste auf der Natureisbahn Schoren. Im Verlauf der Jahre durchlief die erste Mannschaft Höhe- und Tiefpunkte, zu den ersteren gehörten Schweizermeistertitel in der 1. Liga und Aufstiege in die Nationalliga B oder Schweizer B-Meister. 1961 wurde die Kunsteisbahn Schoren gebaut, noch ohne Dach. Dieses wurde erst 1980 errichtet und die offene Eisbahn damit zur Eishalle Schoren.